Ratgeber: Ausrissfreie Schnitte mit der Stichsäge

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800px-Festo-ps300eq-betriebHandwerker, die häufig mit der Stichsäge arbeiten kennen das Problem von ausgerissenen Schnittkanten. Gerade bei Schnitten, welche im Sichtbereich liegen (bestes Beispiel: Küchenarbeitsplatten) ist ein sauberer Schnitt unerlässlich. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, einen sauberen Schnitt zu erzeugen – einige möchten wir Ihnen hier  vorstellen.

Was verursacht den Ausriss?

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Reguläre Richtung der Verzahnung

Bei den meisten Stichsägeblättern stehen die Zähne im Winkel zur Maschine hin. Dies hat auf der einen Seite den Vorteil, dass die Säge zum Werkstück gezogen wird und so genauere Schnitte möglich sind – der Anpressdruck ist hoch. Auf der anderen Seite bedeutet es aber auch, dass bei jedem Zurückziehen des Sägeblattes Ausrisse entstehen, da die Holzfasern Richtung Maschine gezogen werden. 800px-Festo-ps300eq-detail

Einige Stichsägen verfügen über einen sogenannten Splitterschutz, des dies in gewissem Maße verhindert. Dieser ist aus transparentem Kunststoff gefertigt, damit der Schnitt vom Anwender genauer verfolgt werden kann. Verfügt Ihre Säge nicht über eine solche Vorrichtung oder sie möchten noch sauberere Schnitte erreichen, geben wir Ihnen einige weitere Tipps zur Vermeidung von Ausrissen.

Methode 1: Wenden des Werkstücks

Die einfachste Methode, saubere Schnittkanten beim Sägen mit einer Stichsäge zu erreichen ist es die Platte bzw. das Werkstück umzudrehen. So entsteht die unsaubere Schnittkante auf der abgewandten Seite. Bei fest montierten Platten (z.B. die schon genannte Küchenarbeitsplatte) ist dies aber nicht möglich.

Methode 2: Arbeiten auf der abgewandten Seite

Eine Möglichkeit bei fest eingebautem Werkstück ist es, die Säge verkehrt herum aufzusetzen (von unten). So entsteht der Ausriss auf der abgewandten Seite. Ein Nachteil hierbei ist jedoch der relativ hohe Kraftaufwand, da die Stichsäge mit ihrem gesamten Gewicht gegen das Werkstück gedrückt werden muss. Außerdem ist genaues Arbeiten so sehr schwierig.

Methode 3: Abkleben der Schnittkante

Mit gutem Maler-Kreppband ist es ebenfalls möglich, Ausrisse zu verhindern. Dieses wird über die vorgesehene Schnittkante geklebt. Wenn die Säge über das Werkstück geführt wird, verhindert die Spannung des Kreppbandes einen Großteil der Ausrisse.

Methode 4: Spezielles Stichsägeblatt

Die wohl sicherste Methode ist die Verwendung eines speziellen Sägeblattes. Auf der einen Seite kann ein Stichsägeblatt mit sehr feiner Verzahnung gewählt werden, hier ist die Gefahr von Ausrissen viel geringer. Allerdings bedeutet eine sehr feine Verzahnung auch ein vergleichsweise langsames Arbeiten.

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Umgekehrte Verzahnung

Alternativ bieten sich Sägeblätter mit umgedrehter Verzahnung an, wie sie beispielsweise von MPS angeboten werden und hier im Sägeblatt Shop zu finden sind. Da die Zähne zum Werkstück und nicht zur Maschine zeigen, entsteht der Ausriss automatisch auf der abgewandten Seite des Werkstücks.  Die Arbeitsgeschwindigkeit ist viel höher als mit einem fein verzahnten Stichsägeblatt, da ein solches Blatt über die gleiche Zahnzahl wie ein Standard-Sägeblatt verfügt.

Die folgenden Stichsägeblätter sind speziell für splitterfreies Sägen konzipiert:
Stichsägeblatt 3102 für Holz (splitterfrei)
Stichsägeblatt 3102 L für Holz (splitterfrei)
Stichsägeblatt 3102 F für Holz (splitterfrei)

Haben Sie noch Fragen zum Thema splitterfreies Sägen mit der Stichsäge? Gerne helfen wir Ihnen unter (0) 651 / 98126 666 oder per Mail weiter.

Bildquelle Bild1/Bild3: Wikipedia / Festo-ps300eq-detail.jpg. Urheber: Oxensepp (CC BY-SA 2.0 DE)

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