Ratgeber: Die richtige Fräsrichtung zur Faser

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Oberfräser Fräsrichtung RatgeberVor einiger Zeit haben wir im Blog verschiedene Fräser vorgestellt, darunter zum Beispiel die günstigen Fräser von Amboss. Auch haben wir einen Beitrag der Erklärung von Winkeln an Oberfräsern gewidmet. Im heutigen Beitrag möchten wir Ihnen wichtige Fakten zum Thema Fräsrichtung in Holz erklären.

Beim Fräsen von Holzwerkstoffen ist es wichtig, auf die Richtung der Holzfasern relativ zur Fräsrichtung zu achten. Generell besitzen Hölzer eine relativ geringe Härte, was deren Bearbeitung vereinfacht – im Gegensatz zu Metall. Es ist jedoch darauf zu achten, Fräser ständig in Bewegung zu halten, da das Holz sonst bedingt durch die hohen Temperaturen verbrennt.

Wird sehr weiches Holz bearbeitet, kann dies zum Klemmen des Fräsers führen – als Konsequenz wird die Reibung und damit die Wärme verstärkt. Bei Massivholz muss die Faserrichtung beachtet werden, da ansonsten keine guten Arbeitsergebnisse erzielt werden können. Diese Richtung ist bei Massivholz besonders stark ausgeprägt. Die Rotationsrichtung ist von ausschlaggebender Bedeutung für die Schnittgüte.

Drei Arten des Holzfräsens

Folgende drei Arten der Fräsrichtung relativ zur Faser gibt es:

  • längs zur Faser
  • quer zur Faser
  • schräg zur Faser

Bei letzterer ist die Drehrichtung des Fräsers besonders wichtig.

Fräsen längs zur Holzfaser

Paralleles FräsenDiese Fräsrichtung ergibt eine sehr saubere Schnittkante. Ein besonderer Tipp: Zunächst sollte im Gegenlauf gefräst werden, allerdings nicht so breit wie das gewünschte Endergebnis. Es sollten ca. 1/10 bis 1/20 mm stehen bleiben – dieser “Rest” wird dann im letzten Arbeitsgang im Gleichlauf gefräst. Da nur eine sehr geringe Spandicke entsteht, kann der Fräser auch in dieser Laufrichtung noch sicher geführt werden. Dies ist ebenfalls beim Fräsen von Furnierüberständen hilfreich, da dieses so nicht einreißt.

Fräsen quer zur Faser

Fräsen quer zur FaserBei sogenanntem “Hirnholz”  gibt es immer wieder Fasern, die quer zur Fräsrichtung stehen. Dies erzeugt eine relativ grobe Kante. Bestimmte Maßnahmen, wie das zuvor erwähnte Fräsen in mehreren Stufen helfen, das Ergebnis zu verbessern. Ebenfalls kann es helfen, die Kante nach dem letzten Abfräsen zu befeuchten – die Holzfasern richten sich nach Trocknen auf. Als letzter Schritt sollte diese Kante mit gleichem Maß erneut abgefräst werden.

Fräsen schräg zur Faser

Fräsen schräg zur FaserBei dieser Fräsart ist die Drehrichtung des Fräsers entscheidend. Folgende Varianten sind möglich:

  • Schnitt gegen die Faserrichtung
  • Schnitt mit der Faserrichtung

Erstere Fräsart sollte vermieden werden, da sich vor allem die Fasern weicherer Hölzer aufrichten und sich der Faserverbund löst. Ein sehr rauer Schnitt ist die Folge. Beim Schnitt mit der Faserrichtung tritt der umgekehrte Effekt auf: Die Fasern werden aneinandergepresst, was einen sehr glatten Schnitt erzeugt. Dies ist auf jeden Fall die empfohlene Fräsrichtung.

Einen Sonderfall stellen sogenannte widerspänige Hölzer dar. Hier ist es sehr schwierig, einen sauberen Schnitt zu erzeugen, da immer eine Faserschicht gegenläufig zur Fräsrichtung verläuft. Am besten wird hier ebenfalls in mehreren Arbeitsgängen gearbeitet, wobei jeweils nur minimal Späne abgetragen werden.

Gerne beraten wir Sie zur Anwendung und der Auswahl der passenden Fräser für Ihre Zwecke. Bitte nehmen Sie hierzu telefonisch unter (0) 651 / 98126 666 oder per Mail Kontakt mit uns auf.

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